Ritterkreuz !

    Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski 

        verlieh Ritterkreuz an Professor Stephan Freiger

   Löbau/Westpr. (Lubawa) 

                                                                      

  Neumark/Westpr. (Nowe Miasto Lubawskie)
 

 Artikel aus dem Drewenzboten Nr. 101      

Dezember   2002     


 
 

Hohe Auszeichnung für Professor Stephan Freiger

Staatspräsident Aleksander Kwasniewski verlieh das Ritterkreuz

Vom 26. bis 29. Mai 2002 weilte erneut eine Delegation aus unserem Patenkreis, dem Landkreis Oldenburg, zu einem Gegenbesuch im Kreis Neumark/Westpr. (powiat Nowomiejski).

Zweck dieses Besuches, der auf Einladung des polnischen Landkreises erfolgte, war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung, der die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Kreisen, im Rahmen der sich entwickelnden Partnerschaftsbeziehung, zum Inhalt hat.

Den Wert, den man bei dieser Entwicklung der vermittelnden Rolle des "Heimatkreises Neumark" beimißt, ergibt sich aus der Tatsache, daß diese Verwaltungsdelegation erneut von Frau und Herrn Freiger begleitet wurde.

Über dieses Treffen, seine Bedeutung, seine angeschlossenen Veranstaltungen, hat Herr Freiger ausführlich im "Der Westpreuße", Nr.17/ 2002 berichtet.

Ich gehe davon aus, daß dieser Bericht, vielleicht ergänzt durch Berichte aus den polnischen Regionalzeitungen, sich in dieser Ausgabe des "Der Drewenzbote" wiederfinden wird.

Was sich in o.a. Artikel nicht findet und mit Sicherheit auch im "Der Drewenzbote" nicht finden wird, ist die persönliche Auszeichnung von Herrn Prof. Stephan Freiger.

Insbesondere seine Initiativen zur Vereinbarung der Partnerschaft der beiden Landkreise wurde immer wieder hervorgehoben.

 

 

Bild: Prof. Freiger bei seiner Dankesrede, neben ihm Starost Derlicki, ganz rechts die Vice-Wojewodin  Mikulska-Bojarska und links Joanna Kardela als Dolmetscherin.

 

Am 29.05.2002 heftete die Vice-Wojewodin, Frau Hanna Mikulska-Bojar­ska, Herrn Prof. Freiger das vom Präsidenten der Polnischen Republik,  Aleksander Kwasniewski, verliehene Ritterkreuz des Verdienstordens der R.P. (Krzyzem Kawalerskim Orderu Zaslugi Rzeczypospolitej Polskiej) an die Brust. Hierbei wurde verdientermaßen Herr Freiger als Initiator der  geglückten Kontakte zwischen den Landkreisen Oldenburg und Neumark gewürdigt. Die Vice-Wojewodin von Ermland-Masuren betonte ausdrücklich, daß der Ausgezeichnete sich auf dem Felde der Vertiefung der Freundschaft zwischen den beiden Völkern besonders verdient gemacht habe.

Auch die Anbringung der Gedenktafeln, sowohl am Gutshaus in Lonkorrek, als auch am Städtischen Krankenhaus in Neumark, zu Ehren von Dr. Friedrich Lange, gingen auf seine Initiative zurück.

Die Ordensverleihung fand in einer Feierstunde im Kreishaus und im Beisein der Delegation des Landkreises Oldenburg und vielen Vertretern des Landkreises Neumark ( Nowomiejski ) statt.

 

 

Bild: Das Ritterkreuz auf der Urkunde über die Verleihung.

 

Wir, als seine Gefolgschaft, wollen Herrn Freiger ganz herzlichst zu seiner hohen Ehrung gratulieren und uns mit ihm freuen, denn wir alle sind davon betroffen.

Eine Ehrung des polnischen Staatsoberhauptes für einen Ausländer, zumal noch aus den Kreisen der ostdeutschen Landsmannschaften, sind sehr selten und m. W. an einer Hand abzuzählen. Mir sind z.Zt. nur 3 Fälle bekannt, die aber alle in der Verständigungspolitik angesiedelt sind. Ich möchte nur erwähnen die frühe Zusammenarbeit mit polnischen Wissenschaftlern und Übersetzern. Hugo Rasmus, bemüht um Bromberg und Jürgen Ritter um Graudenz.

Die Auszeichnung von Herrn Freiger ergänzt diese illustre Reihe würdig. Es ist übrigens im Erscheinungsbild der westpreußischen Landsmannschaft eine Einmaligkeit, daß durch die Vermittlung und Ini­tiative eines Heimatkreises dessen Patenkreis eine Partnerschaft mit dem ursprünglichen Kreis eingeht, so, wie es ein Novum ist, dass eine Partnerschaft zwischen zwei Landkreisen zustande gekommen ist. Bisher waren es nur Städte und Gemeinden, die ein Partnerschaftsverhältnis miteinander eingingen.

Und mich erfüllt es zusätzlich mit Stolz, dass sich der Kreis Neumark, lieber wäre mir die Bezeichnung "Kreis Löbau", als die "polnische Ecke" Westpreußens, zu dieser Partnerschaft bekennt.

Es wird damit fortgesetzt, was in den letzten 200 Jahren gewachsen war. Und zwar ein gutes, dauerhaftes Miteinander der beiden Volksgruppen, der polnischen und der deutschen, obwohl letztere nie die Größe von 23 % überschritt. Auch von polnischer Seite, sowohl in der Literatur, als auch in der Presse, wird dies so gesehen. Und das haben auch die kritischen Tage im September 1939 bewiesen, die, entgegen anderen westpreußischen Kreisen, relativ ruhig und gewaltlos verliefen.

Die harte und überzogene Reaktion der Sieger war unangemessen, aber auch damals hat es, zumal in der ansässigen Bevölkerung, Menschen gegeben, die sich dem entgegenstellten.

Auch das ist nicht vergessen und darauf wollen wir weiter aufbauen. 

Herrn Prof. Stephan Freiger wünschen wir weiterhin eine glückliche Hand.

 

Im Auftrage des Heimatkreises Neumark

Rudolph Orlovius, Ehrenvorsitzender

 

 

 

 

 

 

 

Aus der Lokalzeitung in Nowe Miasto Lubawskie


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